Dharma

Eine der wesentlichsten Grundlagen des Buddhismus ist die Lehre des Dharma. Sie besagt, dass der Kosmos ein geschlossenes System ist und eine definierte Ordnung hat. Es existiert ein Gesetz, dem alles unterstellt ist.

Die Lehre des Buddha könnte in einem einzigen Wort zusammengefasst werden: Dharma. Es ist das Prinzip der Redlichkeit. Die Wahl, nach Dharma zu leben, fällt man nicht, um einem höheren Wesen, einer höheren Macht zu gefallen. Sondern um sich selbst und seinen höchsten inneren Ansprüchen an sich selbst als Mensch gewahr zu werden.

Für viele Menschen schwer verständlich, existiert Dharma nicht nur im Menschen selbst. Dharma existiert auch im Universum. Dharma ist die Ordnung, die Struktur im Universum, welche den Rahmen dafür gibt, dass sich Materie so verhält, wie sie die modernen Wissenschaften Physik, Chemie, Biologie, etc. zeigen.

Die Erkenntnis von Dharma wird nicht durch ein Anbeten einer Gottheit noch durch eine besondere Zeremonie erreicht. Sondern nur durch Erkenntnis von sich selbst und der Erkenntnis übergeordneter Strukturen. Und das ist zugegebenermaßen nicht immer leicht.

Persönlichkeitsentwicklung

Im ersten Schritt bedeutet nach dem Dharma zu leben, sich selbst besser kennen- und damit auch besser entwickeln zu lernen. Das bedeutet sich von einem einsam fühlenden Egoisten zu einem, in einer Gesamtheit integriertes Individuum zu entwickeln, dass nach Gesetzmäßigkeiten lebt, welche mit übergeordneten Gesetzmäßigkeiten in Einklang steht. Interessant an Dharma ist vielleicht, das es höchst individuell und zugleich außergewöhnlich universell und ganzheitlich ist. Innerhalb einer übergeordneten Struktur hat jeder Baustein seinen Platz. Verlässt er diesen und nimmt er unkoordiniert den Platz eines anderen ein, kommt es zu einem Unfall. In der Erkenntnis des Dharmas zu leben ist, seine Stellung und seine Aufgaben in Bezug zum Ganzen zu erkennen wahrzunehmen.

Die Kenntnis von Dharma etabliert sich in einer bemerkenswerten Achtung vor allem Seienden, vor der ganzen Natur. Ein Buddhist hat keine Probleme mit ökologischer Lebensführung, ja es gehört zu seiner Grundhaltung. Im Gegenteil, sein ökologisches Denken geht viel weiter. Er wird niemandem seiner Freiheit berauben und Menschen, Tiere und auch leblose Materie nicht als sein Eigentum, sondern als ihm anvertraut betrachten – so als seien sie nicht seinetwegen, sondern er ihretwegen da.

>> Shaolin Übersicht